Montag, Februar 26, 2007

Swedish Mating and Dating

Den Schwedinnen sagt man ja nach, dass sie alle blond und willig sind, zumindest ist das eine landläufige Meinung in vielen europäischen Ländern. Mit einem Grinsen erinnere ich mich da gerne noch an eine der ersten Vorlesungen des Schwedisch 1 Intensivkurses. Unsere Lehrerin hatte ihre attraktive Tochter mitgebracht, die so auf die 30 zuging, um uns etwas über Schweden aus der Sicht der Jugend zu erzählen. Ziemlich schnell war klar, dass man mit der über wirklich alles diskutieren konnte und nach einer Weile kam die Frage auf, wie man es hier den mit dem Sex hält. Grinsend meinte sie, dass ihr natürlich klar ist, dass sich der Austausch nicht nur auf kultureller Ebene abspiele, sie aber dennoch ein paar Erwartungen dämpfen müsse, den ihrem Ruf im Ausland entsprächen die Schwedinnen keinesfalls. Sie selbst war nach eigenem Bekunden als Austauschstudentin in ihrer Studienzeit viel in Europa rum gekommen. Wenn sie sich als Schwedin zu erkennen gab, erntete sie meistens lüsterne Blicke und frivole Anspielungen.
"Die dachten sie könnten mich so einfach haben, weil ich Schwedin bin. Unglaublich. Das ging soweit, dass ich mich bei späteren Auslandsbesuchen als Norwegerin ausgeben musste.", so die Tochter entrüstet.
Die Stimmung in der Klasse war darauf etwas geknickt, lange Gesichter, einer scherzte sogar, dass die Freizügigkeit mit ein Grund war für ihn nach Schweden zu kommen, worauf die Lehrerin etwas empört meinte, dass die Schwedinnen nicht "loose" seien, was wohl umgangssprachlich sexuell offen bzw. promisk bedeutet.
Nach nun mehr als einen halben Jahr zeigt sich, dass an ihrer Aussage durchaus was dran zu sein scheint, von Gegenbeispielen hört man nur selten.
Stellenweise ist es sogar komplizierter als von vielen erwartet, was einen Immigranten in Stockholm dazu veranlasste einen wirklich lustigen Swedish Mating and Dating Guide zu schreiben. Nicht vergessen die vielen Kommentare dazu zulesen!

Dienstag, Februar 20, 2007

Fet Tisdag

Heute war der traditionelle Fette Dienstag (Fet Tisdag) in Schweden. Nach altem Brauch ist das der letzte Tag vor Beginn der Fastenzeit und natürlich muss man sich deshalb nochmal richtig stärken. In Schweden lässt man sich nicht lumpen und isst die sogenannte Semla. Das ist ein ziemlich kalorienreiches Gebäck mit Marzipan und Sahne, das einem schon beim Hinkucken das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt.

Quelle: Wikipedia


Ich habe Mittags zum Nachtisch schon zwei von den Dingern verdrückt und musste abends zu meinem Bedauern feststellen, dass sie in Ryd ausverkauft waren. Va'fan!!!

Montag, Februar 19, 2007

Schluss mit Lustig!

Läse ich nicht Tagesschau.de und Spiegel.de, so hätte ich von dem alljährlichen Ärgernis noch nicht mal etwas mitbekommen. Fasching!
Dieser verordneten Heiterkeit konnte ich noch nie etwas abgewinnen, geschweige den verstehen. Da wird aus dem seriösen Bänker von einem Tag auf den anderen ein Volljeck, der sich am liebsten wild bemalt und in Frauenkleidern ins Getümmel stürzt. Auf Kommando drehen ganze Städte durch und die Leute sind in ausgesprochen ausgelassener Laune. Der Deutsche scheint doch tatsächlich für einen Moment die selbst auferlegte Kühlheit abzustreifen und wird herzlicher als ein Spanier es um acht Uhr morgens je sein könnte. Plötzlich kann man selbst über Dinge lachen, die einem, vor nur einer Woche, noch dem Herzinfarkt näher brachten (der Zentraltrat der Muslime in Deutschland natürlich ausgenommen).
Es ist ein psychologisches Phänomen, dieser kollektive Irrsinn, der irgendwann doch jeden mitreißt. Ein Ventil der aufgestauten deutschen Verbissenheit und als solches zweckmäßig, so die nüchterne Analyse. Den Schweden entgeht dieser Spass, Karneval kennt man hier nur aus dem Fernsehen. Irgendwie doch schade, dass ich dieses Jahr nicht dabei bin. Habe ich das wirklich gerade geschrieben? Helau!

Sonntag, Februar 18, 2007

Frohes Neues!

Ein Frohes Neues Jahr an alle Anhänger des chinesischen Kalenders. Wir befinden uns jetzt im Jahr des Schweines, wie mir Tom aus Taiwan gestern erklärt hat. Ich war zu dem traditionellen taiwanesischen Neujahrsessen eingeladen. Das Essen war für einen europäischen Gaumen sehr ungewöhnlich aber trotzdem schmackhaft, zumindest das Meiste. Bei der Süßspeise, die aus einem aufgekochten Bohnengelee in Teig bestand, musste ich mich schon sehr konzentrieren, um es nicht einfach wieder auszuspucken. Die Suppe hingegen war ausgezeichnet, wenn sie auch komplett anders schmeckte wie jede Suppe, die ich je gegessen habe. Aufgrund anderer Gewürze in Taiwan ist das Geschmacksspektrum ein komplett anderes wie in Europa, man muss es also unbedingt mal probiert haben.
Ich werde von dem Mahl demnächst noch ein paar Bilder hochladen.

Donnerstag, Februar 15, 2007

Snus

Schweden besitzt eines der restriktivsten Antirauchergesetze in der Europäischen Union. Prinzipiell ist Rauchen in allen öffentlichen Gebäude, am Arbeitsplatz und in der Gastronomie (Restaurants, Kneipen, Discos) verboten. Also Gesetze von denen man in Deutschland nur träumen kann. Kein Hustenreiz beim Besuch einer kleinen, schlecht belüfteten Kneipe, keine stinkenden Klamotten und einfach mehr Genuss beim Essen in Restaurants, sind die klaren Vorteile dieser Politik, von den gesundheitlichen Vorteilen mal ganz abgesehen.
Trotzdem scheint es mir so, als wenn es hier nicht wesentlich weniger Raucher als in Deutschland gibt. Im Freien sieht man ständig Leute hektisch an ihren Klimmstängeln ziehen. Dennoch können genau diese Nikotinjunkies ohne Probleme sechs Stunden in einer Kneipe sitzen ohne zu rauchen. Man sieht dabei niemanden apathisch an den Fingernägeln kauen oder sich reihenweise Nikotinpflaster auf den Oberarm kleben.
Was ist also das Geheimnis der Schweden? Es ist Snus!

Quelle: Wikipedia

Snus ist eine Art Kautabak, nur dass er in weißen Päckchen abgepackt ist. Man schiebt sich so ein Päckchen zwischen Oberlippe und Oberkiefer, wo es das Nikotin direkt an die Mundschleimhäute abgibt. Es schmeckt dabei ziemlich salzig und man braucht etwas Übung, um damit Sprechen zu können. Als Nichtraucher fand ich die Wirkung von Snus unerwartet stark. Ich fühlte mich etwas dusselig wie nach einigen Bier aber doch anders. Das kommt wohl einfach daher, dass mein Körper kein Nikotin gewöhnt ist.
Der Verkauf von Snus ist in Deutschland verboten, der Konsum nicht. Mein Vorschlag wäre die gleichen restriktiven Antirauchergesetze in Deutschland einzuführen wie in Schweden und dafür auch den Verkauf von Snus zu legalisieren. Das wäre der beste denkbare Kompromiss. Die Nichtraucher wären den blauen Dunst los, die Raucher würden ihre Zigarette in keiner Kneipe vermissen, weil Snus ihre Sinne benebelt und der Staat kassiert weiterhin Millionen aus den Tabaksteuern für Snus. Da die einzige nachgewiesene Nebenwirkung von langjähriger, starker Snusanwendung der Rückgang von Zahnfleisch ist, würde ich mich dann außerdem noch dafür stark machen, dass Snusbenutzer in Deutschland mehr für ihre Zahnzusatzversicherung bezahlen müssen.
Ich denke, dass wäre die beste Lösung, um die jahrelange Diskussion über die Antirauchergesetze in Deutschland einvernehmlich zu beenden.
Gebt den Snus frei!!!