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Mittwoch, Juni 20, 2007

Norwegen Trip

Am 11. Juni machten sich vier notorische Kaffeetrinker auf die Expedition mit dem Ziel, die letzten Winkel von Skandinavien zu entdecken und dabei vielleicht sogar ein paar Elche zu sehen.
Von Linköping aus machten wir, d.h. Jan, Bernhard und ich uns in Jans weißen Kombi auf Richtung Skavsta, wo wir Ralph am Flughafen abholten. Von dort ging es in einem total überfüllten Auto weiter durch Stockholm und Uppsala Richtung Norden an der Ostsee entlang, wo wir eine kurze Rast einlegten um zu Schwimmen und um unserer Sucht zu frönen.
Gegen Abend, nach einigen weiteren Stunden auf schwedischen Straßen, hatten wir (d.h. alle außer Ralph) sogar schon einen Elch am Straßenrand gesehen. Wir besichtigen kurz die Stadt Sundsvall und fuhren nach Westen Richtung Trondheim bis in die späten Abendstunden. Als niemand mehr fahren wollte schlugen wir kurzum unsere Zelte auf und machten uns auf die Pirsch. Wir konnten die Elche zwar rufen hören, nur zeigen wollte sich keiner. Zumindest hat Ralph, der als einziger den Elch am Straßenrand verpasst hat, die Nacht über von einer ganzen Elchkolonie, äähhh Herde geträumt ;-)
Am nächsten Tag schon, im Nordwesten von Schweden, verließ uns der Asphalt und wir holperten auf einer Schotterpiste weiter Richtung Trondheim in Norwegen. Die Landschaft hatte sich von der üblichen Gras-Wald Landschaft zu einer Sumpf-See Landschaft verändert. Mittags erreichten wir dann die Grenze zu Norwegen und konnten endlich auf asphaltierter Straße weiterfahren. Abends kamen wir dann nördlich von Trondheim auf einem verlassenen aber wunderschönen Campingplatz an. Als schon eingespieltes Team bauten wir schnell die Zelte auf und warfen ein 1.8kg Flintsteak auf den Grill. Bei einem Flintsteak handelt es sich wohl um die beste schwedische Erfindung aller Zeiten. Man bekommt sie in den Ausführung 1.1kg bis 1.9kg und es schmeckt einfach fantastisch. Allein der Knochen in der Mitte und die Haut außen gibt einem das wollige Gefühl ein totes Tier vor einem liegen zu haben, in das man alsbald seine Hauer versenken kann... aber ich streife ab. Nach unserem königlichen Mahl gönnten wir uns noch ein mitgebrachtes Bier und glitten in die üblichen Lagerfeuer-Männergespräche ab. Ralph scherzte, dass am nächsten Morgen hier sicher die norwegische Schwimmnationalmannschaft der Frauen trainiere. Mit dieser Vorstellung schliefen wir bald ein... und staunten nicht schlecht als am nächsten Morgen beim Frühstück wirklich eine Gruppe Mädels ankam. Es war zwar nicht die Schwimmnationalmannschaft sondern nur eine Gruppe Sportstudentinnen, die eine Koreographie einstudierten, aber der erste Eindruck von den Norwegerinnen war schonmal sehr positiv. Nur leider haben die sich ein bisschen geziert und wollten nicht mehr mit uns Beachvolleyball spielen... also Sack und Pack wieder ins Auto und weiter nach Trondheim, wo wir wie verabredet das frisch verliebte Pärchen Babs und Jan trafen. Die Beiden kamen quasi gerade aus den Flitterwochen von den Lofoten zurück. Ganz stolz berichteten Sie uns von den vielen gesehenen Elchen, die ja praktisch überall rumstanden. Nachdem mir Jan mit stolz geschwellter Brust die Elchbilder zeigte und mir erklärte, dass die Elche alle noch recht jung und deshalb so klein waren, konnte ich mir das Lachen nicht mehr verkneifen. Auf den Fotos waren nur Rentiere zu sehen, die es im Norden in rauen Mengen gibt, kein einziges zeigte einen Elch. Nach längerer Diskussion, reichlich bösen Blicken und bestimmenter Gestik von Seiten Jans, konnte ich mich dann aber doch noch überzeugen lassen, dass das eine ganz verschwommene Foto einen Elch zeigt. Bei zwei Dingen fängt man besser nicht an mit Jan zu streiten, wenn er glaubt einen Elch gesehen zu haben oder wenn er Hunger hat.
Am nächsten Tag brachten uns etliche Fähren, überteuerte Brücken und der wunderschöne Pass Trollstigen nach Bergen, wo wir uns in einer Jugendherberge einquatierten. Der Student an der Rezeption lud uns nach Dienstschluss kurzerhand auf ein Bier ein und zeigte uns die coolsten Clubs in der Stadt. Es war ein Hammerparty und zu dieser Jahreszeit wurde es nie wirklich dunkel, was dem ganzen nochmal einen besonderen Flair gab. Die Norweger sind im Gegensatz zu den Schweden ein ausgesprochen offenes Völkchen. Häufig waren wir davon überrascht wir direkt die Menschen in Norwegen auf Fremde zugingen, von der schwedischen Verschlossenheit keine Spur.
Die nächsten beiden Tage kämpften wir uns auf den kleinsten Straßen zu dem berühmten Preikestolen, einem Felsen, der 600m über einem wunderschönen Fjord liegt. Schon alleine die zweistündige Wanderung dorthin macht einem nochmal klar, dass Norwegen nur aus der Hand eines Künstlers stammen könne.
In den folgenden Tagen machten wir noch etwas den Süden von Norwegen unsicher, besichtigten die Stadt Rauland, was Jan Rauland sehr am Herzen lag und als wir zufällig an dem Dorf Flo vorbeifuhren schoss auch ich noch ein paar Bilder.
In Oslo besuchten wir dann noch den Holmenkollen und gönnten uns noch ein Eis in einem Cafe. Dort mussten wir uns auch bald von Ralph verabschieden, dessen Flug von hier aus nach Deutschland zurück ging. So machten wir Verbliebenen uns auch auf den Heimweg ins schöne Linköping zurück mit den vielen Eindrücken und Bildern der letzten Tage, die unserem Schwedenaufenthalt einen würdigen Abschluss gaben.

Auf dieser Karte kann man nochmal unsere mehr als 3.000 km lange Strecke ungefähr sehen:
Quelle: Map24.de


Was wäre so ein Bericht ohne Bilder? Mit einem Klick auf das Bild geht es zu meinem Webalbum.
Norwegen Trip

Donnerstag, März 08, 2007

Göteborg - Oslo Trip

Mittwoch Abends kamen Diana und Jürgen aus Berlin zu Besuch. Ich hatte mich schon den ganzen Tag darauf gefreut meine langjährigen Freunde wiederzusehen.
Nachdem ich den Beiden meinen Korridor und mein Zimmer gezeigt hatte, das Gepäck verstaut war, gingen wir ins Flamman, wo eine ziemlich gute Jazz Band spielte. Bei ein paar Bier und schönen Ambiente konnten wir dann herrlich über die letzten Monate reden, wie alles läuft, was passiert ist und so manch witzige Anekdote. Die Zeit verging wie im Flug und wieder bei mir daheim, fielen wir müde in unsere Betten.
Donnerstags gab ich dann eine kleine Führung durch die Uni mit längerem Zwischenstopp im Café Baljan, meinem Stammcafé, wo wir frühstückten. Gegen Mittag verschlug es uns dann in die Innenstadt von Linköping. Wir durchstreiften die kleine Fussgängerzone, den großen und den kleinen Platz und fanden uns schließlich in einem Café ein zur obligatorischen Fika mit Semlor.
Auf dem Abendprogramm stand dann die Kneipe Herrgår'n, wenn auch nicht so lange, da wir nächsten Morgen ja zu unserem Ausflug früh aufbrechen wollten.
Freitag morgens ging es dann mit Sack und Pack in einem gemieteten Auto Richtung Göteborg. Zur Verstärkung und als Ortskundige hatten wir noch Sofia von meinem Korridor mitgenommen, die in einem Dorf nähe Göteborg aufgewachsen ist. Sie war so nett uns auf ihrer Farm unterzubringen, was uns die Suche nach einer Jugendherberge in Göteborg ersparte. Nach einigen Stunden Fahrt kamen wir also auf ihrer kleinen Farm an, die weit abgelegen von anderen Häusern stand. Das kleine Häuschen, die Stallungen und die Natur drumherum strahlten diese Art von friedlicher Ruhe ab, die einem sofort wohl fühlen lässt. Wir brachten unsere Gepäck in die Wohnung und wurden schon auf dem Weg dorthin von Hunden und Katzen begrüßt, wie es sich ja für eine richtige Farm gehört. Obwohl ich ja durch meine lange Zeit in Karlsruhe eher zum Städter geworden bin, konnte ich sofort wieder verstehen was Leute dazu bringt abseits von Allem auf dem Land zu leben. Die Tiere, diese behagliche Stille und Gemächlichkeit, es ist wie wenn man von dem fünften Gang in den ersten zurückschaltet. Die Zeit läuft auf dem Land langsamer und die Eindrücke sind intensiver, berühren mehr.
Nach einem Kaffee in ihrem Haus zeigte Sofia uns die Stallungen, viele Pferde und ihren eigenen Hengst, mit dem sie und uns dann das Sprungreiten vorführte. Später dann durften wir auch alle mal zwei Runden in der große Halle reiten. Ich saß das erste Mal auf einem Pferd und hatte es mir ehrlich gesagt etwas leichter vorgestellt. Was die Faszination an Pferden ausmacht, kann ich bis heute nicht verstehen. Okay, man kann darauf durch die Prärie reiten aber eigentlich sind diese Tiere doch langweilig. Ein Hund ist viel agiler, macht mehr Blödsinn, bringt einen zum Lachen und man kann ihn knuddeln. Also ein Pferd kommt mir mal nicht ins Haus.
Den restlichen Teil des Abends und der Nacht, verbrachten wir in der Innenstadt von Göteborg, wo wir einige Kneipen unsicher machten. Was sofort auffiel sind die Menschen in Göteborg, man ist kaum in der Kneipe und schon kommt man mit ein paar wildfremden Leuten ins Gespräch. Eigentlich bin ich aus Linköping eher das Gegenteil gewohnt. Es scheint also was dran zu sein, dass in Göteborg die freundlichsten Schweden wohnen.
Um fünf Uhr morgens kamen wir nach zweistündiger Odyssee wieder auf der Farm an. Der Abend war wirklich klasse gewesen, nur zum Ende hin wurde alles etwas chaotisch... naja, Details gibt's nur auf Nachfrage ;-)
Über den nächsten Morgen besichtigten wir nochmal Göteborg, verabschiedeten uns von Sofia und fuhren nach Strömstad weiter.

Göteborg Fotoalbum

Strömstad ist ein kleines Hafenstädtchen genau zwischen Göteborg und Oslo und genau das war mit der Hauptgrund für unseren Besuch. Nichtsdestotrotz ist es ein ausgesprochen schönes Städtchen, sehr ruhig und das Stadtzentrum ist nur ein Steinwurf vom Meer entfernt, was dem Ganzen einen besonderen Flair gibt.

Strömstad Fotoalbum

Sonntags stand dann Oslo auf dem Programm. Eine wahrlich bezaubernde aber auch extrem teuere Stadt. Man entdeckt ständig einen schönen Platz nach dem Anderen. Die meisten Gebäude in der Innenstadt sind wahre Prunkbauten, die perfekt in Schuss gehalten werden. Auch zieren überall Kunstwerke und Statuen die Innenstadt. Was uns vor allem auffiel sind die vielen nackten Darstellungen von Männern, Frauen und Kindern. Es sind wohl über die Stadt mehr als hundert Statuen von nackten Menschen verteilt, was die Kunst irgendwie naiv wirken lässt. Im Touristenbüro konnte man uns leider auch nicht erklären was es mit den ganzen Statuen auf sich hat.
Während unseres Aufenhalts in Oslos nahmen wir hauptsächlich Fast Food zu uns, da nur das wirklich bezahlbar war. Nur einmal aßen wir in einer Pizzeriakette, wo ich für eine kleine Pizza Margherita umgerechnet 12€ hinlegen musste. Der Titel der teuersten Stadt der Welt kommt also nicht von ungefähr. Witzig war auch unser doch relativ günstiges Hotel mit Frühstück. Als wir uns erkundigten wann es dann Frühstück gäbe, sagte man uns, dass wir essen könnten wann immer wir wollten, das Frühstück hänge ab sieben Uhr in einem Plastikbeutel an unserem Türknauf. Na Mahlzeit!

Oslo Fotoalbum

Montag Abends erreichten wir unsere letzte Station unserer Reise, Karlstad, das am nördlichsten Zipfel von Schwedens größten See, dem Vänern, liegt. Dort waren wir in einer Jugendherberge untergebracht, die gerade noch renoviert wurde. Nahezu alle Jugendherberge (Vandrarhem) in Schweden stellen übrigens eine Küche zu Verfügung in der man sich dann seine eigenen Gerichte kochen kann, was so einen Ausflug natürlich nochmal günstiger macht.
Wir besichtigten die Innenstadt von Karlstad und die etwas außerhalb gelegene Universität, wo schon meine Cousine studiert hatte.

Karlstad Fotoalbum

Mittwoch Morgens brachen wir dann den Heimweg nach Linköping an. Es war ein toller Ausflug und wir nahmen uns fest vor, in einem Jahr nochmal wiederzukommen, dann im Sommer.

Dienstag, Februar 20, 2007

Fet Tisdag

Heute war der traditionelle Fette Dienstag (Fet Tisdag) in Schweden. Nach altem Brauch ist das der letzte Tag vor Beginn der Fastenzeit und natürlich muss man sich deshalb nochmal richtig stärken. In Schweden lässt man sich nicht lumpen und isst die sogenannte Semla. Das ist ein ziemlich kalorienreiches Gebäck mit Marzipan und Sahne, das einem schon beim Hinkucken das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt.

Quelle: Wikipedia


Ich habe Mittags zum Nachtisch schon zwei von den Dingern verdrückt und musste abends zu meinem Bedauern feststellen, dass sie in Ryd ausverkauft waren. Va'fan!!!

Donnerstag, Januar 25, 2007

Örebro

Am Mittwoch versuchten wir zum zweiten Mal nach Örebro zu fahren und diesmal waren uns die Götter wohlgesonnen. Kein Sturm wie das letzte Mal sondern strahlend schönes Winterwetter erwartete uns. Als Erstes machten wir uns auf den berühmten Svampen von Örebro zu besichtigen. Der Svampen, was auf Deutsch Pilz heißt, ist ein rießiger, pilzförmiger Wasserturm in der Stadt.


Danach schauten wir uns die Burganlage an, die direkt im Stadtzentrum liegt in der Nähe des Markplatzes.


Bei -8°C war der Burggraben komplett zugefroren.


Nach einer kleinen Burgbesichtigung schauten wir uns noch den Altstadtteil und den Markplatz an.


Auf dem Markplatz fanden wir dann wohl die größte Toblerone der Welt. Der Verkäufer meinte noch so: "Die langt für nen Abend!".


Die Reiseplanung hatte übrigens Jan übernommen, der die Aufgabe, wie man das ja als Wirtschaftsingenieur (also quasi BWLer) lernt, einfach mal an seinen schwedischen Flurmitbewohner outgesourct (schreckliches Wort!) hat. Dieser ist in Örebro zur Schule gegangen und hat die Tour für uns bis ins kleinste Detail durchgeplant. So mit ausgedruckter Stadtkarte, Markierung aller Sehenswürdigkeiten inklusive der besten und günstigen Pizzeria. Ein absoluter Lacher war die Rückseite der Karte, die er uns gemacht hatte. Da stand ganz groß Emergency Numbers, also Notfallnummern, worunter er drei Telefonnummer seiner Freunde aus Örebro angegeben hatte, die uns helfen können, falls irgendetwas passiert oder schief geht. Ich war ja dafür um 14 Uhr dort einfach mal spaßeshabler anzurufen und denen zu sagen, dass wir hungrig sind, ob sie uns nicht was kochen könnten. Auf die Reaktion wäre ich mal gespannt gewesen.

Montag, Januar 15, 2007

Stürmische Zeiten

Gestern früh wollten Babs, Jan, Tina, Sanne und ich eine Tagestour nach Örebro machen. Schon Morgens auf dem Weg zum Bahnhof war es relativ stürmisch, wie sich später herausstellte war das aber nur der Anfang. Schon beim ersten Umsteigen in Mjölby hatte der Sturm eine orkanartige Stärke erreicht und den Zugverkehr von Mjölby nach Örebro bis heute zum Erliegen gebracht. So saßen wir gute vier Stunden in dem Kaff Mjölby fest bis wir endlich wieder mit einem Zug zurück nach Linköping fahren konnten.
Auf dem Weg vom Reisezentrum nach Ryd war es kaum noch möglich mit dem Fahrrad geradeaus zu fahren, man fühlte sich wie ein Spielball des Windes. Überall sahen wir entwurzelte Bäume und Beschädigungen an Häusern. Ganz neue Lichtungen enstanden im Wald.
Auch Ikea hat es schlimm erwischt. Kaum ein Fahnenmast steht noch gerade.


Da es mit unserer Tour nach Örebro also nichts wurde, entschlossen wir uns gemeinsam noch ein schwedisches Gericht zu kochen. Leider habe ich keine Ahnung wie das Gericht heißt, aber egal, es hat zumindest super geschmeckt. Das Typsiche an dem Kartoffelgericht ist, dass man die gekochten Kartoffeln zu Tisch in einer Presse direkt auf seinen Teller drückt. Sieht dann in etwa aus wie Spaghetti-Eis.


Darüber kommt dann Putengeschnetzeltes in einer süß-saueren Soße mit Pilzen, Orangen, Paprika, Ingwer und einigen Gewürzen. Echt lecker!


Mit einer Zufriedenheit, die einem so nur ein voller Magen beschert, ließen wir den Abend dann noch mit dem Brettspiel Cartagena ausklingen.

Mittwoch, Dezember 13, 2006

Lucia Tag

Heute ist Lucia Tag!!! Lucia? Nie gehört? Ging mir genauso, hier in Schweden ist diese Heilige aber so bekannt wie die GEZ in Deutschland, nur halt im Positiven.
Heute morgen um halb 8 war ich bei einem kleinen, studentischen Lucia Vorführung an der Uni. Neben etwas Theaterspiel, von dem ich wieder fast nichts verstanden habe, ist der Kern einer solchen Veranstaltung immer eine Truppe Frauen in weißen Gewändern, die mit Kerzenkränzen auf dem Kopf Lieder singen.
Was hat es mit all dem auf sich? Lucia war eine italienische Heilige, die heutzutage für das Licht steht und Schutzpatronin der Blinden ist. Traditionell versucht man also heute durch Umzüge und Beschwörungen von Lucia Einfluss auf die spärlichen lokalen Lichtverhältnisse zu nehmen. Über den Sinn lässt sich, wie bei allen Traditionen, streiten aber es ist ganz nett anzusehen. Vor allem, weil die Lucia jedes Jahr neu von einer Jury unter den schönsten Schwedinnen ausgesucht wird. Eine ganz große Lucia-Wahl findet jedes Jahr in Stockholm statt, was neben "Schweden sucht den Superstar" (wird hier einfach "Idol" genannt) wohl der Traum vieler junger Schwedinnen ist.

Hier in Linköping hatte ich weniger Glück. Anstatt mich von einer Sirene besingen zu lassen, musste ich mir haarige Männerbeine anschauen.
Wo wir es gerade von Licht haben, da habe ich gerade einen starken Nachholbedarf. Ich war von letzten Freitag bis gestern Abend in Kiruna, der nördlichsten Stadt von Schweden, die jenseits des nördlichen Polarkreis liegt. Was ich da so alles Tolles erlebt habe erfahrt ihr demnächst, wenn ich die Bilder gesichtet habe. Gleiche Stelle, gleiche Welle!

Donnerstag, Dezember 07, 2006

Blodpudding

Habe mir gerade eines der traditionellsten, schwedischen Gerichte gezaubert; Blodpudding was, wie der Name schon erahnen lässt, einfach nur geronnenes Schweineblut mit ein paar natürlichen Emulgatoren ist.


So sieht Blodpudding im rohen Zustand aus, bevor man es mit einem Stück Butter in die Pfanne haut.
Dazu isst man dann traditionell Preiselbeerengelee (schwedisch: Lingon Sylt).
Gefunden in Tobys Kühlschrank. Star Trek lässt grüßen!

Nach 10 Minuten freudigen Brutzelns in der Pfanne wird das Blut ganz schwarz und sieht ungefähr so aus.


Also was sagt der Gourmet? An den Geruch muss man sich erstmal gewöhnen, besonders appetitlich sieht es beileibe auch nicht aus, trotzdem schmeckt es irgendwie nicht schlecht. So ähnlich wie die warmen Blutwurststückchen (sprich "Grieweworscht"), die in einer guten Pfälzer Wurstsuppe (sprich "Pälzer Worschtsupp") rumschwimmen.

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Julkonsert

Komme gerade von einem Weihnachtskonzert in der St. Lars Kirche heim. Es gibt also doch noch Tage, an denen ein Ketzer wie ich, eine Kirche aufsucht, wenn auch nicht zum Beten. Mit von der Partie waren Thierry, Kathrin, Elisa und Elisabeth, die ganze Kulturtruppe also.
Gesungen haben die Lihkören, ein studentischer Chor, den ich schon einmal gehört habe, zusammen mit dem Östgöta Brasskvintett. Die Lieder waren sehr schön und wurden ausgezeichnet vorgetragen.


Der Pumuckl in der Mitte ist Mats von meinem Flur. Unter den Studenten ist es seit wenigen Jahren ein Trend sich am ersten Advent die Haare rot zu färben.
Hej Mats, Elisa hat dich übrigens zum hübschsten Sänger im Chor auserchoren. Schade, dass Mats kein Deutsch versteht... :-)

Freitag, Dezember 01, 2006

Schlaget Kravall

Gestern war mal wieder Kravall angesagt und zwar eine, wie ich meine, von den Besten bisher. Das Thema war Schlagermusik, was einen jetzt nicht unbedingt von den Socken haut, trotzdem war die Stimmung ausgesprochen gut, was zum Großteil der schwedischen Liveband zuzuschreiben ist. Die Jungs haben echt gerockt. Höhepunkt war ein ewig langes Medley aus den besten Rocksongs der 80zigern, die Menge war am Ausrasten. Die eigentlichen Schlager wurden in einem anderen Raum aufgelegt, dem man dank der Band gut ausweichen konnte.
Einziger Zwischenfall an dem Abend war, dass mir so ein scheiß Deutscher doch tatsächlich mein Bierbecher aus der Hand geklaut hat. Wie dreist ist das bitte sehr? Nach ein paar harschen Worten hatte ich mein Bier dann aber zurück. Bei Alkohol hört hier ganz schnell der Spaß auf. Trotzdem ließ ich mir die Stimmung von der Sache nicht verderben. Hier mal noch ein paar Impressionen von der Party.

Auf dem Platz vorm Kårallen steht seit Vorgestern sogar ein Weihnachtsbaum! In Karlsruhe hatten wir sowas nie.

Besoffene Schwedinnen, die einem durch das Bild rennen. Hier der Beweis, es gibt auch dunkelhaarige Frauen in Schweden.

Die Rockband in Nebenraum für alle Leute, die Schlager nicht für Musik halten.

Der Hauptraum mit schwedischer Schlagermusik und Disco.

Donnerstag, November 30, 2006

Nachruf

Heute verlässt uns Michael, ein extrem lustiger, etwas durchgeknallter Flurmitbewohner. Wir werden ihn als den Menschen in Erinnerung halten, der er war, ist und immer für den Flur sein wird, ein begnadeter Jazz Pianist, Meister des Clatch und Freund. Wo wir es gerade von Erinnerung haben, da steht noch eine Sonntagsfika von Michael aus... *hust*, *hust*
Ich könnte hier noch viele Worte über die witzige Zeit mit Michael verlieren und wie sehr wir ihn doch vermissen werden, aber zum einen zieht er ja nur ein paar Kilometer weit weg und zum anderen haben wir jetzt endlich mehr Platz im Kühlschrank. Stattdessen lasse ich einfach noch ein paar Bilder sprechen:

Das aktuelle Foto von seinem Studentenausweis.
"I'm on the HIIIIIGGGHHWAY to hell!!!"

Ein leichtes Lächeln für das Foto im Führerschein. Sehr sympathisch!

Und beim Zähneputzen.

Also Micha, viel Spaß in deiner neuen Bude und vergiss uns nicht, wenn du deine Einzugsparty feierst! Wir würden das nicht vergessen ;-)

Mittwoch, November 29, 2006

Schwarzer Stift

Da suche ich schon seit Tagen den schwarzen Whiteboard-Marker und siehe da, eines Morgens am Kühlschrank!
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