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Mittwoch, Juni 20, 2007

Norwegen Trip

Am 11. Juni machten sich vier notorische Kaffeetrinker auf die Expedition mit dem Ziel, die letzten Winkel von Skandinavien zu entdecken und dabei vielleicht sogar ein paar Elche zu sehen.
Von Linköping aus machten wir, d.h. Jan, Bernhard und ich uns in Jans weißen Kombi auf Richtung Skavsta, wo wir Ralph am Flughafen abholten. Von dort ging es in einem total überfüllten Auto weiter durch Stockholm und Uppsala Richtung Norden an der Ostsee entlang, wo wir eine kurze Rast einlegten um zu Schwimmen und um unserer Sucht zu frönen.
Gegen Abend, nach einigen weiteren Stunden auf schwedischen Straßen, hatten wir (d.h. alle außer Ralph) sogar schon einen Elch am Straßenrand gesehen. Wir besichtigen kurz die Stadt Sundsvall und fuhren nach Westen Richtung Trondheim bis in die späten Abendstunden. Als niemand mehr fahren wollte schlugen wir kurzum unsere Zelte auf und machten uns auf die Pirsch. Wir konnten die Elche zwar rufen hören, nur zeigen wollte sich keiner. Zumindest hat Ralph, der als einziger den Elch am Straßenrand verpasst hat, die Nacht über von einer ganzen Elchkolonie, äähhh Herde geträumt ;-)
Am nächsten Tag schon, im Nordwesten von Schweden, verließ uns der Asphalt und wir holperten auf einer Schotterpiste weiter Richtung Trondheim in Norwegen. Die Landschaft hatte sich von der üblichen Gras-Wald Landschaft zu einer Sumpf-See Landschaft verändert. Mittags erreichten wir dann die Grenze zu Norwegen und konnten endlich auf asphaltierter Straße weiterfahren. Abends kamen wir dann nördlich von Trondheim auf einem verlassenen aber wunderschönen Campingplatz an. Als schon eingespieltes Team bauten wir schnell die Zelte auf und warfen ein 1.8kg Flintsteak auf den Grill. Bei einem Flintsteak handelt es sich wohl um die beste schwedische Erfindung aller Zeiten. Man bekommt sie in den Ausführung 1.1kg bis 1.9kg und es schmeckt einfach fantastisch. Allein der Knochen in der Mitte und die Haut außen gibt einem das wollige Gefühl ein totes Tier vor einem liegen zu haben, in das man alsbald seine Hauer versenken kann... aber ich streife ab. Nach unserem königlichen Mahl gönnten wir uns noch ein mitgebrachtes Bier und glitten in die üblichen Lagerfeuer-Männergespräche ab. Ralph scherzte, dass am nächsten Morgen hier sicher die norwegische Schwimmnationalmannschaft der Frauen trainiere. Mit dieser Vorstellung schliefen wir bald ein... und staunten nicht schlecht als am nächsten Morgen beim Frühstück wirklich eine Gruppe Mädels ankam. Es war zwar nicht die Schwimmnationalmannschaft sondern nur eine Gruppe Sportstudentinnen, die eine Koreographie einstudierten, aber der erste Eindruck von den Norwegerinnen war schonmal sehr positiv. Nur leider haben die sich ein bisschen geziert und wollten nicht mehr mit uns Beachvolleyball spielen... also Sack und Pack wieder ins Auto und weiter nach Trondheim, wo wir wie verabredet das frisch verliebte Pärchen Babs und Jan trafen. Die Beiden kamen quasi gerade aus den Flitterwochen von den Lofoten zurück. Ganz stolz berichteten Sie uns von den vielen gesehenen Elchen, die ja praktisch überall rumstanden. Nachdem mir Jan mit stolz geschwellter Brust die Elchbilder zeigte und mir erklärte, dass die Elche alle noch recht jung und deshalb so klein waren, konnte ich mir das Lachen nicht mehr verkneifen. Auf den Fotos waren nur Rentiere zu sehen, die es im Norden in rauen Mengen gibt, kein einziges zeigte einen Elch. Nach längerer Diskussion, reichlich bösen Blicken und bestimmenter Gestik von Seiten Jans, konnte ich mich dann aber doch noch überzeugen lassen, dass das eine ganz verschwommene Foto einen Elch zeigt. Bei zwei Dingen fängt man besser nicht an mit Jan zu streiten, wenn er glaubt einen Elch gesehen zu haben oder wenn er Hunger hat.
Am nächsten Tag brachten uns etliche Fähren, überteuerte Brücken und der wunderschöne Pass Trollstigen nach Bergen, wo wir uns in einer Jugendherberge einquatierten. Der Student an der Rezeption lud uns nach Dienstschluss kurzerhand auf ein Bier ein und zeigte uns die coolsten Clubs in der Stadt. Es war ein Hammerparty und zu dieser Jahreszeit wurde es nie wirklich dunkel, was dem ganzen nochmal einen besonderen Flair gab. Die Norweger sind im Gegensatz zu den Schweden ein ausgesprochen offenes Völkchen. Häufig waren wir davon überrascht wir direkt die Menschen in Norwegen auf Fremde zugingen, von der schwedischen Verschlossenheit keine Spur.
Die nächsten beiden Tage kämpften wir uns auf den kleinsten Straßen zu dem berühmten Preikestolen, einem Felsen, der 600m über einem wunderschönen Fjord liegt. Schon alleine die zweistündige Wanderung dorthin macht einem nochmal klar, dass Norwegen nur aus der Hand eines Künstlers stammen könne.
In den folgenden Tagen machten wir noch etwas den Süden von Norwegen unsicher, besichtigten die Stadt Rauland, was Jan Rauland sehr am Herzen lag und als wir zufällig an dem Dorf Flo vorbeifuhren schoss auch ich noch ein paar Bilder.
In Oslo besuchten wir dann noch den Holmenkollen und gönnten uns noch ein Eis in einem Cafe. Dort mussten wir uns auch bald von Ralph verabschieden, dessen Flug von hier aus nach Deutschland zurück ging. So machten wir Verbliebenen uns auch auf den Heimweg ins schöne Linköping zurück mit den vielen Eindrücken und Bildern der letzten Tage, die unserem Schwedenaufenthalt einen würdigen Abschluss gaben.

Auf dieser Karte kann man nochmal unsere mehr als 3.000 km lange Strecke ungefähr sehen:
Quelle: Map24.de


Was wäre so ein Bericht ohne Bilder? Mit einem Klick auf das Bild geht es zu meinem Webalbum.
Norwegen Trip

Donnerstag, März 08, 2007

Göteborg - Oslo Trip

Mittwoch Abends kamen Diana und Jürgen aus Berlin zu Besuch. Ich hatte mich schon den ganzen Tag darauf gefreut meine langjährigen Freunde wiederzusehen.
Nachdem ich den Beiden meinen Korridor und mein Zimmer gezeigt hatte, das Gepäck verstaut war, gingen wir ins Flamman, wo eine ziemlich gute Jazz Band spielte. Bei ein paar Bier und schönen Ambiente konnten wir dann herrlich über die letzten Monate reden, wie alles läuft, was passiert ist und so manch witzige Anekdote. Die Zeit verging wie im Flug und wieder bei mir daheim, fielen wir müde in unsere Betten.
Donnerstags gab ich dann eine kleine Führung durch die Uni mit längerem Zwischenstopp im Café Baljan, meinem Stammcafé, wo wir frühstückten. Gegen Mittag verschlug es uns dann in die Innenstadt von Linköping. Wir durchstreiften die kleine Fussgängerzone, den großen und den kleinen Platz und fanden uns schließlich in einem Café ein zur obligatorischen Fika mit Semlor.
Auf dem Abendprogramm stand dann die Kneipe Herrgår'n, wenn auch nicht so lange, da wir nächsten Morgen ja zu unserem Ausflug früh aufbrechen wollten.
Freitag morgens ging es dann mit Sack und Pack in einem gemieteten Auto Richtung Göteborg. Zur Verstärkung und als Ortskundige hatten wir noch Sofia von meinem Korridor mitgenommen, die in einem Dorf nähe Göteborg aufgewachsen ist. Sie war so nett uns auf ihrer Farm unterzubringen, was uns die Suche nach einer Jugendherberge in Göteborg ersparte. Nach einigen Stunden Fahrt kamen wir also auf ihrer kleinen Farm an, die weit abgelegen von anderen Häusern stand. Das kleine Häuschen, die Stallungen und die Natur drumherum strahlten diese Art von friedlicher Ruhe ab, die einem sofort wohl fühlen lässt. Wir brachten unsere Gepäck in die Wohnung und wurden schon auf dem Weg dorthin von Hunden und Katzen begrüßt, wie es sich ja für eine richtige Farm gehört. Obwohl ich ja durch meine lange Zeit in Karlsruhe eher zum Städter geworden bin, konnte ich sofort wieder verstehen was Leute dazu bringt abseits von Allem auf dem Land zu leben. Die Tiere, diese behagliche Stille und Gemächlichkeit, es ist wie wenn man von dem fünften Gang in den ersten zurückschaltet. Die Zeit läuft auf dem Land langsamer und die Eindrücke sind intensiver, berühren mehr.
Nach einem Kaffee in ihrem Haus zeigte Sofia uns die Stallungen, viele Pferde und ihren eigenen Hengst, mit dem sie und uns dann das Sprungreiten vorführte. Später dann durften wir auch alle mal zwei Runden in der große Halle reiten. Ich saß das erste Mal auf einem Pferd und hatte es mir ehrlich gesagt etwas leichter vorgestellt. Was die Faszination an Pferden ausmacht, kann ich bis heute nicht verstehen. Okay, man kann darauf durch die Prärie reiten aber eigentlich sind diese Tiere doch langweilig. Ein Hund ist viel agiler, macht mehr Blödsinn, bringt einen zum Lachen und man kann ihn knuddeln. Also ein Pferd kommt mir mal nicht ins Haus.
Den restlichen Teil des Abends und der Nacht, verbrachten wir in der Innenstadt von Göteborg, wo wir einige Kneipen unsicher machten. Was sofort auffiel sind die Menschen in Göteborg, man ist kaum in der Kneipe und schon kommt man mit ein paar wildfremden Leuten ins Gespräch. Eigentlich bin ich aus Linköping eher das Gegenteil gewohnt. Es scheint also was dran zu sein, dass in Göteborg die freundlichsten Schweden wohnen.
Um fünf Uhr morgens kamen wir nach zweistündiger Odyssee wieder auf der Farm an. Der Abend war wirklich klasse gewesen, nur zum Ende hin wurde alles etwas chaotisch... naja, Details gibt's nur auf Nachfrage ;-)
Über den nächsten Morgen besichtigten wir nochmal Göteborg, verabschiedeten uns von Sofia und fuhren nach Strömstad weiter.

Göteborg Fotoalbum

Strömstad ist ein kleines Hafenstädtchen genau zwischen Göteborg und Oslo und genau das war mit der Hauptgrund für unseren Besuch. Nichtsdestotrotz ist es ein ausgesprochen schönes Städtchen, sehr ruhig und das Stadtzentrum ist nur ein Steinwurf vom Meer entfernt, was dem Ganzen einen besonderen Flair gibt.

Strömstad Fotoalbum

Sonntags stand dann Oslo auf dem Programm. Eine wahrlich bezaubernde aber auch extrem teuere Stadt. Man entdeckt ständig einen schönen Platz nach dem Anderen. Die meisten Gebäude in der Innenstadt sind wahre Prunkbauten, die perfekt in Schuss gehalten werden. Auch zieren überall Kunstwerke und Statuen die Innenstadt. Was uns vor allem auffiel sind die vielen nackten Darstellungen von Männern, Frauen und Kindern. Es sind wohl über die Stadt mehr als hundert Statuen von nackten Menschen verteilt, was die Kunst irgendwie naiv wirken lässt. Im Touristenbüro konnte man uns leider auch nicht erklären was es mit den ganzen Statuen auf sich hat.
Während unseres Aufenhalts in Oslos nahmen wir hauptsächlich Fast Food zu uns, da nur das wirklich bezahlbar war. Nur einmal aßen wir in einer Pizzeriakette, wo ich für eine kleine Pizza Margherita umgerechnet 12€ hinlegen musste. Der Titel der teuersten Stadt der Welt kommt also nicht von ungefähr. Witzig war auch unser doch relativ günstiges Hotel mit Frühstück. Als wir uns erkundigten wann es dann Frühstück gäbe, sagte man uns, dass wir essen könnten wann immer wir wollten, das Frühstück hänge ab sieben Uhr in einem Plastikbeutel an unserem Türknauf. Na Mahlzeit!

Oslo Fotoalbum

Montag Abends erreichten wir unsere letzte Station unserer Reise, Karlstad, das am nördlichsten Zipfel von Schwedens größten See, dem Vänern, liegt. Dort waren wir in einer Jugendherberge untergebracht, die gerade noch renoviert wurde. Nahezu alle Jugendherberge (Vandrarhem) in Schweden stellen übrigens eine Küche zu Verfügung in der man sich dann seine eigenen Gerichte kochen kann, was so einen Ausflug natürlich nochmal günstiger macht.
Wir besichtigten die Innenstadt von Karlstad und die etwas außerhalb gelegene Universität, wo schon meine Cousine studiert hatte.

Karlstad Fotoalbum

Mittwoch Morgens brachen wir dann den Heimweg nach Linköping an. Es war ein toller Ausflug und wir nahmen uns fest vor, in einem Jahr nochmal wiederzukommen, dann im Sommer.

Dienstag, Februar 06, 2007

Helsingfors

Letztes Wochenende machten ich mich mit sieben anderen Austauschstudenten auf Richtung Helsinki, was man in Schweden Helsingfors nennt. Freitag Mittag fuhren wir erst nach Stockholm, von wo die Fähre um 16:45 ablegte. Die Überfahrt nach Finnland dauerte insgesamt 16 Stunden, weshalb wir in Helsinki erst gegen 9 Uhr schwedischer, 10 Uhr finnischer Zeit ankamen.
Die Schifffahrt an sich war für mich schon ein Erlebnis. Nie zuvor bin ich in einem so großen Schiff über das Meer geschippert. Das Wetter war klar und kalt bei starkem Wind. Nachts standen wir stundenlang draußen an der Reling und betrachteten das offene Meer. Der Vollmond tauchte die sich kräuselnden Wellen in silbrigen Schein. Ein fantastischer Anblick, der so surreal, einen an Märchen denken ließ. Das leichte Schaukeln des Schiffes und der Geruch des Salzwassers trugen zu dieser Stimmung bei. Eine sehr schöne Erfahrung an die ich mich noch lange zurückerinnern werde.
Im Bauch des Schiffes ging es da schon desillusionierender zu. Hauptsächlich ältere Schweden nutzen die Fähre regelmäßig am Wochenende, um günstigen Alkohol einzukaufen und mal richtig die Sau rauszulassen. Wozu natürlich auch gehört, dass man sich in der Karaoke Bar bis auf die Knochen blamiert, woran sich die meisten am nächsten Tag eh nicht mehr erinnern können. Unsere Gruppe, die nur aus Deutschen und Österreichern bestand, konnte dem Ganzen nicht soviel abgewinnen. Natürlich tranken auch wir ein paar Bier aber keiner schlug über die Stränge. Es macht halt schon einen Unterschied wenn man aus einem Land kommt in dem Alkohol nichts Außergewöhnliches ist und stark in der Tradition verwurzelt.
In Helsinki angekommen versuchten wir in unserem siebenstündigen Landgang so viel wie möglich von der Stadt zu sehen. Hauptsächlich interessierten uns alte Gebäude wie Kirchen, der Dom, das Parlament und die Markthalle. Auch sahen wir das alte Olympiastadion von 1952, was noch ausgesprochen gut dastand für das Alter. Die Innenstadt von Helsinki ist wirklich sehr schön, schade, dass unsere Zeit sehr beschränkt war, wir hätten sicher noch viel mehr entdecken können.
Die Menschen in Finnland gehen übrigens vom Aussehen her in Richtung des Russischen, die Sprache ist entfernt mit dem Ungarischen verwandt. Da Finnland lange Zeit schwedische Kolonie war, ist selbst heute noch die zweite Amtssprache Schwedisch. Wir schlugen uns aber meistens mit Englisch durch, was die Finnen auch sehr gut beherrschen.
Abends dann waren wir zurück auf der Fähre und traten die Heimreise an. Nach einer Weile konnten auch wir dann den verlockenden Preisen des Duty-Free-Shops nicht mehr widerstehen und hamsterten genügend Alkohol für die nächsten Monate. Acht Paletten Bier und einige Flaschen Hartalk kamen zusammen, was wir alles in einen Wagen luden. Kurz vorm Ausgang kam Jan dann noch auf die Idee, die eine Verkäuferin, mit der er sich am vorherigen Tag schon gut unterhalten hatten, nach ein paar Probegetränke zu fragen. Schließlich, so meinte er, habe man ja mit einem Wagen voll Alk eine gute Argumentationsgrundlage denen noch etwas für umsonst aus den Rippen zu leiern. Jan ging also ein paar Gänge weiter zu seiner Verkäuferin während wir warteten. Nach einer Weile sah man Jan mit wilder Gestikulation die Verkäuferin quasi an die Wand diskutieren. Ich scherzte noch so zu den anderen, dass Jan sicher eine Flasche Wodka geschenkt bekommt und obendrein noch ihre Telefonnummer. Und tatsächlich, nachdem weitere fünf Minuten verstrichen waren, kam Jan grinsend wie ein Honigkuchenpferd siegreich mit einer Flasche finnischen Wodka zu uns rüber stolziert.
"Wie?? Du hast der wirklich eine ganze Flasche Wodka abgeschwatzt?"
"Das ist ihr Lieblingswodka, aus reinem Quellwasser..."
"Und den hat die dir geschenkt?"
"Nein, aber der ist so gut, aus reinem finnischen Quellwasser, da ist nur ein Filter zwischen Quelle und Flasche und der hält die Kieselsteine zurück..."
"Moment, du hast mir der zehn Minuten diskutiert, um eine Flasche Wodka kaufen zu dürfen?"
"... Ja, aber das ist der beste Wodka..."
Es war also schnell klar, wer die besseren Überzeugungstricks und Argumente hatte. Nach nur 10 Minuten den sonst so redegewandten Jan eine derartige Gehirnwäsche zu verpassen, dass er sich freut eine Flasche Wodka kaufen zu dürfen, ist echt schon eine tolle Leistung :-)
Wir hatten alle eine Menge Spaß auf dem Schiff und ich bin froh mit einer so tollen Gruppe unterwegs gewesen zu sein. Danke Jan R., Babs, Jan L., Moni, Bernhard, Susie und Andreas für das tolle Wochenende!


In den nächsten Tagen werde ich weitere Bilder hochladen. Es lohnt sich also später nochmal vorbeizuschauen.

Donnerstag, Januar 25, 2007

Örebro

Am Mittwoch versuchten wir zum zweiten Mal nach Örebro zu fahren und diesmal waren uns die Götter wohlgesonnen. Kein Sturm wie das letzte Mal sondern strahlend schönes Winterwetter erwartete uns. Als Erstes machten wir uns auf den berühmten Svampen von Örebro zu besichtigen. Der Svampen, was auf Deutsch Pilz heißt, ist ein rießiger, pilzförmiger Wasserturm in der Stadt.


Danach schauten wir uns die Burganlage an, die direkt im Stadtzentrum liegt in der Nähe des Markplatzes.


Bei -8°C war der Burggraben komplett zugefroren.


Nach einer kleinen Burgbesichtigung schauten wir uns noch den Altstadtteil und den Markplatz an.


Auf dem Markplatz fanden wir dann wohl die größte Toblerone der Welt. Der Verkäufer meinte noch so: "Die langt für nen Abend!".


Die Reiseplanung hatte übrigens Jan übernommen, der die Aufgabe, wie man das ja als Wirtschaftsingenieur (also quasi BWLer) lernt, einfach mal an seinen schwedischen Flurmitbewohner outgesourct (schreckliches Wort!) hat. Dieser ist in Örebro zur Schule gegangen und hat die Tour für uns bis ins kleinste Detail durchgeplant. So mit ausgedruckter Stadtkarte, Markierung aller Sehenswürdigkeiten inklusive der besten und günstigen Pizzeria. Ein absoluter Lacher war die Rückseite der Karte, die er uns gemacht hatte. Da stand ganz groß Emergency Numbers, also Notfallnummern, worunter er drei Telefonnummer seiner Freunde aus Örebro angegeben hatte, die uns helfen können, falls irgendetwas passiert oder schief geht. Ich war ja dafür um 14 Uhr dort einfach mal spaßeshabler anzurufen und denen zu sagen, dass wir hungrig sind, ob sie uns nicht was kochen könnten. Auf die Reaktion wäre ich mal gespannt gewesen.

Montag, Januar 15, 2007

Stürmische Zeiten

Gestern früh wollten Babs, Jan, Tina, Sanne und ich eine Tagestour nach Örebro machen. Schon Morgens auf dem Weg zum Bahnhof war es relativ stürmisch, wie sich später herausstellte war das aber nur der Anfang. Schon beim ersten Umsteigen in Mjölby hatte der Sturm eine orkanartige Stärke erreicht und den Zugverkehr von Mjölby nach Örebro bis heute zum Erliegen gebracht. So saßen wir gute vier Stunden in dem Kaff Mjölby fest bis wir endlich wieder mit einem Zug zurück nach Linköping fahren konnten.
Auf dem Weg vom Reisezentrum nach Ryd war es kaum noch möglich mit dem Fahrrad geradeaus zu fahren, man fühlte sich wie ein Spielball des Windes. Überall sahen wir entwurzelte Bäume und Beschädigungen an Häusern. Ganz neue Lichtungen enstanden im Wald.
Auch Ikea hat es schlimm erwischt. Kaum ein Fahnenmast steht noch gerade.


Da es mit unserer Tour nach Örebro also nichts wurde, entschlossen wir uns gemeinsam noch ein schwedisches Gericht zu kochen. Leider habe ich keine Ahnung wie das Gericht heißt, aber egal, es hat zumindest super geschmeckt. Das Typsiche an dem Kartoffelgericht ist, dass man die gekochten Kartoffeln zu Tisch in einer Presse direkt auf seinen Teller drückt. Sieht dann in etwa aus wie Spaghetti-Eis.


Darüber kommt dann Putengeschnetzeltes in einer süß-saueren Soße mit Pilzen, Orangen, Paprika, Ingwer und einigen Gewürzen. Echt lecker!


Mit einer Zufriedenheit, die einem so nur ein voller Magen beschert, ließen wir den Abend dann noch mit dem Brettspiel Cartagena ausklingen.

Sonntag, Dezember 17, 2006

Kiruna

Wie versprochen noch ein kleiner Eintrag zu meiner Reise nach Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens.
Freitags vor einer Woche kamen Tom, Martin, Kathrin und ich gegen 4 Uhr in Kiruna an. Es war wie erwartet dunkel aber nicht so kalt wie wir dachten. Gerade mal -5°C ließen einen die Horrorgeschichten von bis zu -40°C schnell vergessen. Für den ersten Tag stand das Sami-Museum auf dem Programm. Die Sami sind ein sehr altes Volk im Norden Skandinaviens, dessen Traditionen von der Moderne stark verdrängt wurden.
Das Leben der Einwohner von Kiruna ist stark von der ansässigen Eisenmine geprägt. Das weltweit größte Eisenbergwerk, das ganz Europa versorgt. Natürlich ließen wir uns eine Tour nicht entgehen, zumal die Mine eine der Modernsten weltweit ist. Nachts, kurz nach ein Uhr, kann man in der Stadt die Sprengungen hören, man lebt hier buchstäblich von und mit der Mine.
Der absolute Höhepunkt der Reise war der Ausflug mit Schlittenhunden und Schneemobilen, also Hightech trifft Tradition. Angefangen habe ich mit dem Hundeschlitten, der von acht kanadischen Huskies gezogen wurde. Es ist ein unbeschreiblich leichtes Gefühl so ruhig über den Schnee durch die unberührte Natur zu gleiten. Rentiere kreuzten zweimal den Weg. Die einzigen Laute waren die der Hunde. Die Landschaft war wirklich unbeschreiblich schön, da wir von 9 Uhr bis 14 Uhr einen langen Sonnenaufgang hatten, der sogleich nahtlos in einen Untergang überging ohne, dass die Sonne den Horizont berührte. Das sieht einfach fantastisch aus.
Wesentlich weniger Blick für die Natur lässt einem da ein Schneemobil. Mit bis zu 60km/h durch die Schneelandschaft zu brettern hat aber auch was für sich. Die Beschleunigung dieser Kisten ist schon gigantisch und als wir auf einem Eissee waren konnte man so richtig Gas geben.
Montags waren wir dann noch in dem berühmten Icehotel, das jedes Jahr aufs Neue erbaut wird. Unglaublich was man aus Eis alles machen kann. Trotzdem war ich froh nur ein Besucher zu sein und nicht 250€ pro Nacht für ein Hotel ohne Warmwasser, Strom und Toilette zahlen zu müssen.
Dienstag Morgens ging es dann mit Sack und Pack zurück nach Linköping, ich werde noch lange an dieses traumhafte Wochenende denken müssen. Ein paar Bilder von dem Trip finden sich wie immer rechts in der Leiste.

Als Nächstes steht aber meine Heimreise an. Ich werde am Mittwoch, den 20. Dezember in mein Land zurückkehren und freue mich schon darauf viele, sogar noch vor Weihnachten, wiederzusehen. Am Donnerstag den 21.12. bin ich übrigens Mittags in Karlsruhe, wo ich noch ein paar Dinge zu erledigen habe. Wer zufällig auch noch vor Ort ist und Lust auf einen Kaffee hat, lasst es mich wissen! Ansonsten war das hier wohl der letzte Eintrag in diesem Jahr. Ich danke meinen treuen Lesern, die nun seit fast 5 Monaten diesen Blog verfolgen. Bei durchschnittlich 7 bis 8 Besuchern pro Tag kann ich vielleicht nicht mit eBay mithalten aber für einen privaten Blog ist das schon ganz ordentlich :-)
Ich wünsche Euch allen ein Frohes Fest und einen Guten Rutsch!!!