So langsam drehen die Leute hohl was das Anstehen für Tickets angeht. Montags gab es mal wieder Tickets für ein traditionelles Dinner. Da das letztes Mal so gut ankam war die Nachfrage gewaltig. Ich stand deshalb schon kurz vor 9 Uhr im Colosseum im C-Bau. Tickets werden übrigens immer erst ab 12:15 verkauft aber was tut man nicht alles für ein gepflegtes Besäufnis unter schwedischer Anleitung. Als ich dort recht ausgeschlafen ankam standen schon mehr als 40 Leute vor mir in der Schlange, manche seit kurz nach 7 Uhr. Vor allem die Franzosen scheinen mir ein sehr ambitioniertes Völkchen zu sein. Aber von 40 Franzosen lässt sich ja ein Deutscher nicht abschrecken, zumindest so lange keine Amis dabei sind ;-) Ich stellte mich aber trotzdem brav hinten in die Schlange, es gab ja 250 Tickets, warum also nichtmal mit den Regeln spielen? Drei Stunden später als dann endlich die Ticketverkäufer anrückten standen plötzlich 150 Leute vor mir. Moment! Mich ereilte so ein Déjà-vu mit vertauschten Rollen. Noch vor einer Woche war ich bei den Dränglern. Neben mir fingen sich die Leute an lautstark über die Drängler aufzuregen. Ich blieb jedoch betont ruhig. Eine Spur schlechten Gewissens? Nein! Ich spare mir lieber meine Nerven für etwas worüber es sich wirklich lohnt aufzuregen. Also lange Rede kurzer Sinn, irgendwann war ich glücklicher Besitzer eines Tickets für das nächste schwedische Dinner.
Am Tag darauf war wieder Queuing, diesmal für eine Bootsfahrt nach Tallinn für die es gerade mal 60 Plätze gab. Ein paar Spanier hielten sich für ganz schlau. Sie blieben nach dem Queuing Montags einfach in der Schlange stehen. Ein paar gingen Heim Schlafsäcke holen und so blieben sie einfach über Nacht in dem Gebäude. Also 1.5 Tage Queuing!!! Ein Rekord, sogar für Schweden. Als ich Dienstag morgens dort ankam hab ich mich schon über den Geruch gewundert. Wie im Pumakäfig. Musste an meine Bundeswehrzeit denken aber da waren es nur acht, die in einem Raum gepennt hatten. Hier waren es fast 50 Typen, die einen mit kleinen Augen und sichtlich zerknittert anschauten. Zu den 50 waren aber morgens sehr früh noch weitere 50 gekommen, so dass ich um halb neun überhaupt keine Aussichten auf eine Karte mehr hatte. Aber was soll's, die Meisten haben keine Karte gekriegt und so bilden sich gerade Gruppen, die auf eigene Faust die Bootsfahrt organisieren. Die findet ja fast täglich von Stockholm nach Tallinn statt.
Vor ein paar Stunden hat mich dann noch eine Mail der ESN Koordinatorin erreicht. ESN ist übrigens die tolle Organisation, die für den ganzen Austausch und die geilen Parties zuständig ist. In der Mail stellt Kerstin (sprich "Schärstin") nochmal die schwedischen Queuing Regeln klar. Hier ist ein Auszug:
- When we show up for a ticket release we will take a seat in front of room C2 in Colosseum (C-building). Once we have arrived we will serve the people standing in the queue in the order of their standing. We will not take responsibility for anyone who is “cheating” in the queue. That is to say if you feel someone is not queuing in an orderly way, tell him/her that yourself. The reasons for us not getting involved in your ways of queuing are mainly two: 1) We get a lot of different versions of who is cheating and who is not. 2) You are all adults and therefore we expect you to be able to queue.
- When you a buy a ticket you are also always entitled to buy a ticket for a friend if you bring his or hers Student ID (or a copy of it). We have to have this rule seeing some people have classes in Norrköping, at the Health University or exactely between 12 and 13. These students must also have a way of getting a ticket.
- We will not follow a list made in advance by you. This is not because of pure evilness from our side. It has come to our attention that some people have put their names down on a list the night before the ticket release and then went home to enjoy a good night’s sleep. This seems unfair to us and therefore we do not believe in that system. Besides we think the use of these sorts of lists will result in making the queuing madness even worse.
- Rules that are applicable for every ticket release in the C-building (also those of others than ESN). You can not bring alcohol into the C-building; you are not allowed to drink and queue. Neither are you allowed to sleep there. If you feel you need to spend the night in Colosseum we suggest you bring other things to keep you entertained, like a spectacular board game or an amazing book.
Sehr geil, die Schweden haben nicht nur "Don't drink and drive" sondern auch "Don't drink and queue", wahrscheinlich gibt's demnächst noch Queuing Licenses.
Mittwoch, August 30, 2006
Sonntag, August 27, 2006
Halbmarathon
Das Wochenende war nicht so spektakulär. Freitags hab ich mich gewaltig überschätzt. In den letzten Wochen war ich so 2-3 mal pro Woche Laufen bis zu maximal 15km pro Lauf. Dabei nie Probleme gehabt und schon nach Höherem geschielt. Also dann Freitags abends voll motiviert Richtung Wald gelaufen und nach der ersten 5km Runde lief's auch plötzlich richtig gut. In der dritten Runde habe ich mich dann mit irgendeinem Schweden angelegt, der meinte er müsste mich überholen, so was kratzt natürlich tierisch am Ego, ich also die Verfolgung aufgenommen. Hab ihn dann am Ende der Runde wieder gekriegt, war scheinbar einfach sein Endspurt gewesen. Ich war dann ziemlich platt und hatte noch eine Runde vor mir. Die Idee ist mir so während der zweiten Runde gekommen, heute läufst du mal 4 Runden! Ja, Steigerung muss sein und nochmal 5km mehr sind ja auch nicht soo viel. Also schon mit leicht gequältem Blick in die vierte Runde gelaufen. Die dann doch noch einigermaßen schnell durchgezogen und wieder nach Hause gelaufen. Also allem in allem, mit Hin- und Rückweg zum Wald ein Halbmarathon. Daheim war es dann aber aus, Batterie leer, ich kann nicht mehr. Noch mit letzter Kraft aus den total durchnäßten Klamotten geschält, warm geduscht und dann auf's Bett gehauen. Eigentlich hatte ich ja noch vor auf die mittlerweile echt alltägliche Grillparty am Volleybaldfeld zu gehen aber das ging kein Meter mehr. Kaum auf dem Bett bin ich sogleich eingeschlafen. Wenn ich wirklich vor habe den Marathon in Stockholm zu laufen muss ich in den nächsten Monaten echt noch hinklotzen.
Samstag abends war ich dann aber wieder auf Preparty am Volleybaldfeld. Danach wollten wir dann ins Herrgår'n gehen, das dummerweise zu hatte. Auch Flamman, noch so eine Studentenkneipe, war dicht. Ja, man hätte sich auch mal informieren können. Aber wir waren nicht die einzigen, die es verplant hatten, es traffen noch mehr ratlose Gesichter beim Volleyballfeld ein. Wieder ein Haufen Leute kennengelernt. Unter anderem zwei besoffene Schweden mit denen wir uns ganz nett unterhielten. Der eine konnte sogar zwei, drei Brocken deutsch und wollte für uns die deutsche Nationalhymne singen. Nach "Deutschland, Deutschland, über ..." haben wir ihn dann aber doch kurz unterbrochen und mal eine kleine Auffrischung in Geschichte verpasst. Dann hat er als Ausgleich noch die Italienische gesungen. Ich hab ja kein blassen Schimmer von italienisch, geschweige den von der Nationalhymne, dass aber mehrfach der Namen Mussolini fiel, hat mich doch etwas nachdenklich gestimmt. Der hat da sicher wieder eine total veraltete Version gesungen.
Später sind wir dann noch Richtung einer Kravall gefahren von der wir so richtig erst an dem Abend erfuhren. Wie das ausging war ja wohl klar. Eine Schlange von hier bis Bagdad und keine Tickets mehr :-( Wir hingen dann aber noch eine Weile vor dem Gelände rum und haben den Zaun inspiziert bis das Sicherheitspersonal argwöhnisch wurde. In Deutschland wäre ich schon dreimal drüber gewesen aber "Das größte Schwein im Land ist der Denunziant" gilt hier in Schweden nicht. Man kann sich halt nie sicher sein ob man dann nicht von einem der Gäste verpfiffen wird. An die ganze Sache mit der Fairness muss ich mich hier noch gewöhnen. Ich bin ja auch für Fairness solange ich auf der richtigen Seite des Zaunes stehe ;-), aber ich bin ja hier hergekommen, um eine fremde Kultur zu erfahren und mich dieser dann anzupassen auch wenn das für jemanden, der mit der Ellenbogenmentalität in Deutschland groß geworden ist, schwierig sein mag. Im Grunde ist es hier aber schon besser.
Samstag abends war ich dann aber wieder auf Preparty am Volleybaldfeld. Danach wollten wir dann ins Herrgår'n gehen, das dummerweise zu hatte. Auch Flamman, noch so eine Studentenkneipe, war dicht. Ja, man hätte sich auch mal informieren können. Aber wir waren nicht die einzigen, die es verplant hatten, es traffen noch mehr ratlose Gesichter beim Volleyballfeld ein. Wieder ein Haufen Leute kennengelernt. Unter anderem zwei besoffene Schweden mit denen wir uns ganz nett unterhielten. Der eine konnte sogar zwei, drei Brocken deutsch und wollte für uns die deutsche Nationalhymne singen. Nach "Deutschland, Deutschland, über ..." haben wir ihn dann aber doch kurz unterbrochen und mal eine kleine Auffrischung in Geschichte verpasst. Dann hat er als Ausgleich noch die Italienische gesungen. Ich hab ja kein blassen Schimmer von italienisch, geschweige den von der Nationalhymne, dass aber mehrfach der Namen Mussolini fiel, hat mich doch etwas nachdenklich gestimmt. Der hat da sicher wieder eine total veraltete Version gesungen.
Später sind wir dann noch Richtung einer Kravall gefahren von der wir so richtig erst an dem Abend erfuhren. Wie das ausging war ja wohl klar. Eine Schlange von hier bis Bagdad und keine Tickets mehr :-( Wir hingen dann aber noch eine Weile vor dem Gelände rum und haben den Zaun inspiziert bis das Sicherheitspersonal argwöhnisch wurde. In Deutschland wäre ich schon dreimal drüber gewesen aber "Das größte Schwein im Land ist der Denunziant" gilt hier in Schweden nicht. Man kann sich halt nie sicher sein ob man dann nicht von einem der Gäste verpfiffen wird. An die ganze Sache mit der Fairness muss ich mich hier noch gewöhnen. Ich bin ja auch für Fairness solange ich auf der richtigen Seite des Zaunes stehe ;-), aber ich bin ja hier hergekommen, um eine fremde Kultur zu erfahren und mich dieser dann anzupassen auch wenn das für jemanden, der mit der Ellenbogenmentalität in Deutschland groß geworden ist, schwierig sein mag. Im Grunde ist es hier aber schon besser.
Donnerstag, August 24, 2006
München Hoben
Gestern war der offizielle Semesterbeginn. Bin also morgens voll motiviert um 7 aufgestanden, ja für einen Studenten ist das kein Pappenstiel und habe erstmal gediegen gefrühstückt. Mats, einer meiner Mitbewohner, kam dazu und hat von dem Weg der Lemminge erzählt, wohin er jetzt gleich mit Åsa, einer Mitbewohnerin, gehen wollte. Habe mich den Beiden dann sofort angeschlossen nachdem sie mir erzählten was das ist.
Es gibt nämlich einen Hauptweg von Ryd zur Uni, den am ersten Unitag alle Erstsemester gehen wie die Lemminge. Der Weg ist bunt bemalt mit den Symbolen aller Fachschaften an der Uni. Auf Diesen wiederum stehen verkleidete Studenten, wobei jede Fachschaft irgendein Thema hat. Die Bioingenieure sind Dinosaurier, die Physiker Piraten, dazu gibt es noch Samurais und andere Gestallten. Alle Verkleideten bauen sich möglichst Furcht einflößend vor den Ersties auf und schauen sie grimmig an. Lachen ist ihnen strengstens untersagt. Ob das irgendwie metaphorisch gemeint ist? Jetzt ist der Spaß vorbei? Der Ernst des Lebens beginnt? Keine Ahung, ist auf jeden Fall ein interessantes Spektakel, weil man Vergleichbares in Deutschland überhaupt nicht kennt.
Auch die Organisation an der Uni ist komplett anders als in Deutschland. Man hat nicht wöchentlich den gleichen Studenplan wie man das normal erwarten würde sondern die Kurse varieren in jeder Woche! Also jede Woche an anderen Tagen zu anderen Uhrzeiten in anderen Sälen. Wer hat sich das bloß ausgedacht? Damit man überhaupt sicherstellen kann, dass man nicht mehrere Kurse zum gleichen Zeitpunkt hat, ist jeder Kurs einer Zeitgruppe von 1 bis 4 zugeordnet. Man bekommt garantiert (und jetzt aufgepasst!), dass die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Kurse aus unterschiedlichen Zeitgruppen gleichzeitig stattfinden, sehr gering ist. Wie gering ist sehr gering? Würde mich interessieren wie groß die Menge derer ist, die Pech haben und deren Kurse trotz verschiedener Zeitgruppen kollidieren. Vielleicht haben die ja einen Club, dem ich beitreten kann. Das wäre dann der Club der Schizophrenen, weil man muss ja zu den Kursen hin, ist ja Anwesenheitspflicht. Da fällt mir ein, mein Bruder sieht mir recht ähnlich. Also wann wolltest du hierher kommen? Wie lange hast du Zeit? Naja, ich hab den einen Kurs jetzt erstmal sausen lassen und gehe stattdessen in einen Anderen, man ist ja flexibel, ist trotzdem aber ärgerlich.
Gegen Abend war dann die erste große Party namens München Hoben. Wer weiß was ein Hoben ist bitte ein Kommentar schreiben und erklären, hier weiß es nämlich niemand. Egal, die Party war auf jeden Fall der Hammer. Einige Tausend Leute, Bier aus Maßkrügen (vielleicht ein Hoben?) und gute Livemusik von den Backyard Babies. Zuvor war ich natürlich auf der obligatorischen Preparty für's Warm-up, wobei die Preise sogar relativ in Ordnung waren. Gegen 5.50€ für einen Liter Bier kann man auf einem Festival nichts sagen. Auf dem Oktoberfest ist es jedenfalls noch ein Stück teurer. Die Stimmung war sehr gut, selbst als es dann anfing zu regnen. Die meisten haben das sicher nicht mal mehr gemerkt ;-)
Leider war die Party schon um ein Uhr morgens vorbei. Die haben einen einfach vom Gelände geschmissen. Da heute wieder Uni ist, war das vielleicht gar nicht ganz sooo schlecht.
Es gibt nämlich einen Hauptweg von Ryd zur Uni, den am ersten Unitag alle Erstsemester gehen wie die Lemminge. Der Weg ist bunt bemalt mit den Symbolen aller Fachschaften an der Uni. Auf Diesen wiederum stehen verkleidete Studenten, wobei jede Fachschaft irgendein Thema hat. Die Bioingenieure sind Dinosaurier, die Physiker Piraten, dazu gibt es noch Samurais und andere Gestallten. Alle Verkleideten bauen sich möglichst Furcht einflößend vor den Ersties auf und schauen sie grimmig an. Lachen ist ihnen strengstens untersagt. Ob das irgendwie metaphorisch gemeint ist? Jetzt ist der Spaß vorbei? Der Ernst des Lebens beginnt? Keine Ahung, ist auf jeden Fall ein interessantes Spektakel, weil man Vergleichbares in Deutschland überhaupt nicht kennt.
Auch die Organisation an der Uni ist komplett anders als in Deutschland. Man hat nicht wöchentlich den gleichen Studenplan wie man das normal erwarten würde sondern die Kurse varieren in jeder Woche! Also jede Woche an anderen Tagen zu anderen Uhrzeiten in anderen Sälen. Wer hat sich das bloß ausgedacht? Damit man überhaupt sicherstellen kann, dass man nicht mehrere Kurse zum gleichen Zeitpunkt hat, ist jeder Kurs einer Zeitgruppe von 1 bis 4 zugeordnet. Man bekommt garantiert (und jetzt aufgepasst!), dass die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Kurse aus unterschiedlichen Zeitgruppen gleichzeitig stattfinden, sehr gering ist. Wie gering ist sehr gering? Würde mich interessieren wie groß die Menge derer ist, die Pech haben und deren Kurse trotz verschiedener Zeitgruppen kollidieren. Vielleicht haben die ja einen Club, dem ich beitreten kann. Das wäre dann der Club der Schizophrenen, weil man muss ja zu den Kursen hin, ist ja Anwesenheitspflicht. Da fällt mir ein, mein Bruder sieht mir recht ähnlich. Also wann wolltest du hierher kommen? Wie lange hast du Zeit? Naja, ich hab den einen Kurs jetzt erstmal sausen lassen und gehe stattdessen in einen Anderen, man ist ja flexibel, ist trotzdem aber ärgerlich.
Gegen Abend war dann die erste große Party namens München Hoben. Wer weiß was ein Hoben ist bitte ein Kommentar schreiben und erklären, hier weiß es nämlich niemand. Egal, die Party war auf jeden Fall der Hammer. Einige Tausend Leute, Bier aus Maßkrügen (vielleicht ein Hoben?) und gute Livemusik von den Backyard Babies. Zuvor war ich natürlich auf der obligatorischen Preparty für's Warm-up, wobei die Preise sogar relativ in Ordnung waren. Gegen 5.50€ für einen Liter Bier kann man auf einem Festival nichts sagen. Auf dem Oktoberfest ist es jedenfalls noch ein Stück teurer. Die Stimmung war sehr gut, selbst als es dann anfing zu regnen. Die meisten haben das sicher nicht mal mehr gemerkt ;-)
Leider war die Party schon um ein Uhr morgens vorbei. Die haben einen einfach vom Gelände geschmissen. Da heute wieder Uni ist, war das vielleicht gar nicht ganz sooo schlecht.
Montag, August 21, 2006
Mycket bra!
Heute morgen um 11 Uhr hatte ich meine mündliche Prüfung für den Schwedisch Sprachkurs. Jeder von uns hatte die Auswahl aus verschiedenen Themen wie Eindrücke von Schweden, mein schönster Tag, meine Heimatstadt, meine Familie usw. Darüber musste man dann 5 Minuten lang frei reden. Für einen gerade mal 2.5 wöchigen Sprachkurs scheint das recht viel aber wir kannten die Themen ja schon seit fünf Tagen und deshalb konnte ich mich entsprechend vorbereiten.
Ich hatte also schon vorgestern einen Text über meinen Bruder geschrieben, hey, da fiel mir einfach am meisten ein. Wobei ich in den 5 Minuten auch locker die Einwohner von St. Martin hätte aufzählen können. Tobi, ein schwedischer Mitbewohner von meinem Flur, hat sich das Ganze dann Haare raufend durchgelesen und versucht die Wörter in die richtige Reihenfolge zu bringen, von der Grammatik reden wir erst gar nicht.
Heute morgen habe ich den Text dann noch schnell auswendig gelernt, um ihn dann um 11 Uhr der Carina vorzubeten. Mir war klar, dass es bei ihr sicher gut ankommt wenn man etwas emotionaler wird. Also davon erzählt wie sehr ich meinen Bruder doch vermisse. Hey, das tue ich wirklich, habe aber darüber hinaus noch stark übertrieben. Das er vielleicht bald die Waffenruhe zwischen Libanon und Isreal sichert als tapferer, deutscher Soldat. Dass er gern Motorrad fährt, häufig Jeans trägt, keine Brille hat, also nach 10 Minuten rumgesülze wurde ich dann gefragt ob ich jetzt fertig bin. Moment! Ich habe noch gar nicht mit den Frauengeschichten angefangen! Nee, Spaß beiseite, ich war nach 10 Minuten fertig und hoffte auf keine weiteren Fragen, was mir vergönnt war.
"Mycket bra" also "Sehr gut", meinte Carina, "vor allem die Grammatik und Worstellung!". Ähm.. danke Tobi! Puh, die Prüfung war also geschafft aber die besteht hier eh jeder und meistens mit "mycket bra", also kein Grund zu glauben man könnte jetzt Schwedisch.
Ich also aus der Prüfung raus und schnell Richtung Collosseum, wo man die Tickets für die Party am Mittwoch kaufen kann. Aber Moment! Wo ist mein Fahrrad. Same shit, different day. Ich such doch jedesmal mein Fahrrad. Da muss ich mir noch was einfallen lassen und wenn ich es leuchtend pink streiche. Der eine Spanier hat schon angefangen ein Lied über meine tägliche Suche zu schreiben. "He will never find his bike, duda, duda - hey dudadej"
Also zum Collosseum gelaufen... und dann dort bemerkt, dass mindestens 300 Leute für die 200 Karten schon anstehen, wobei eine Person bis zu 2 Karten kaufen kann. Aber, man ist ja ein vorausschauender Student was Parties angeht und hat einen Kumpel beauftragt sich anzustellen. Schließlich will der ja auch eine und seine Prüfung war schon früher vorbei.
Handy raus, angerufen:
"Hey Jan, du stehst hoffentlich ganz weit vorne in der Schlange."
"Nö, da war zuviel los. Ich bin weil heimgegangen."
"WIEEE???"
"Da standen mehr als 150 Leute vor mir und die wollen alle 2 Karten kaufen."
"Hm... shit, da kann man ja nix machen."
Also desillusioniert stand ich nun da. Alle Leute vorne in der Schlange waren schon verpflichtet worden für jemanden eine Karte mitzunehmen. Aber wie heißt es doch so schön "Moral ist eine Zier, doch besser geht es ohne ihr"? oder so ähnlich. Naja, ich hab eine Karte und mein Gewissen ist rein. Ich hab es ja nicht benutzt ;-)
Also zurück, Fahrrad suchen und im REGEN heimradeln. Ja, die kleinen Sünden bestraft... aber ich lass mir hier die Laune nicht verderben :-)
Ich hatte also schon vorgestern einen Text über meinen Bruder geschrieben, hey, da fiel mir einfach am meisten ein. Wobei ich in den 5 Minuten auch locker die Einwohner von St. Martin hätte aufzählen können. Tobi, ein schwedischer Mitbewohner von meinem Flur, hat sich das Ganze dann Haare raufend durchgelesen und versucht die Wörter in die richtige Reihenfolge zu bringen, von der Grammatik reden wir erst gar nicht.
Heute morgen habe ich den Text dann noch schnell auswendig gelernt, um ihn dann um 11 Uhr der Carina vorzubeten. Mir war klar, dass es bei ihr sicher gut ankommt wenn man etwas emotionaler wird. Also davon erzählt wie sehr ich meinen Bruder doch vermisse. Hey, das tue ich wirklich, habe aber darüber hinaus noch stark übertrieben. Das er vielleicht bald die Waffenruhe zwischen Libanon und Isreal sichert als tapferer, deutscher Soldat. Dass er gern Motorrad fährt, häufig Jeans trägt, keine Brille hat, also nach 10 Minuten rumgesülze wurde ich dann gefragt ob ich jetzt fertig bin. Moment! Ich habe noch gar nicht mit den Frauengeschichten angefangen! Nee, Spaß beiseite, ich war nach 10 Minuten fertig und hoffte auf keine weiteren Fragen, was mir vergönnt war.
"Mycket bra" also "Sehr gut", meinte Carina, "vor allem die Grammatik und Worstellung!". Ähm.. danke Tobi! Puh, die Prüfung war also geschafft aber die besteht hier eh jeder und meistens mit "mycket bra", also kein Grund zu glauben man könnte jetzt Schwedisch.
Ich also aus der Prüfung raus und schnell Richtung Collosseum, wo man die Tickets für die Party am Mittwoch kaufen kann. Aber Moment! Wo ist mein Fahrrad. Same shit, different day. Ich such doch jedesmal mein Fahrrad. Da muss ich mir noch was einfallen lassen und wenn ich es leuchtend pink streiche. Der eine Spanier hat schon angefangen ein Lied über meine tägliche Suche zu schreiben. "He will never find his bike, duda, duda - hey dudadej"
Also zum Collosseum gelaufen... und dann dort bemerkt, dass mindestens 300 Leute für die 200 Karten schon anstehen, wobei eine Person bis zu 2 Karten kaufen kann. Aber, man ist ja ein vorausschauender Student was Parties angeht und hat einen Kumpel beauftragt sich anzustellen. Schließlich will der ja auch eine und seine Prüfung war schon früher vorbei.
Handy raus, angerufen:
"Hey Jan, du stehst hoffentlich ganz weit vorne in der Schlange."
"Nö, da war zuviel los. Ich bin weil heimgegangen."
"WIEEE???"
"Da standen mehr als 150 Leute vor mir und die wollen alle 2 Karten kaufen."
"Hm... shit, da kann man ja nix machen."
Also desillusioniert stand ich nun da. Alle Leute vorne in der Schlange waren schon verpflichtet worden für jemanden eine Karte mitzunehmen. Aber wie heißt es doch so schön "Moral ist eine Zier, doch besser geht es ohne ihr"? oder so ähnlich. Naja, ich hab eine Karte und mein Gewissen ist rein. Ich hab es ja nicht benutzt ;-)
Also zurück, Fahrrad suchen und im REGEN heimradeln. Ja, die kleinen Sünden bestraft... aber ich lass mir hier die Laune nicht verderben :-)
Donnerstag, August 17, 2006
Die Neuen sind da!
In den letzten Tagen sind zu den ca. 150 Austauschstudenten, die vor 2 Wochen ankamen, nochmal knapp 500 Weitere dazugekommen. Für mich heißt das jetzt viele neue Namen lernen und vor allem beim Ticketverkauf für Parties noch früher als zuvor hinzugehen, um noch eine Karte zu ergattern. Nächsten Montag ist wieder Queuing angesagt für die erste große Kravall (Party) des Semesters. Es gibt für die gut 600 internationalen Studenten genau 200 Karten, wer kein Glück hat kann sich dann mit den Einheimischen um eine brügeln. Aber irgendwie werde ich da schon an eine rankommen.
Was ist sonst noch die letzten Tage passiert? Montags war ich mit meiner Peerstudentin und anderen Austauschstudenten auf einem Frauenfussballspiel, Linköping gegen QBIK, die beide in der 1. Liga spielen. Jessica hatte bei QBIK vor einigen Jahren auch noch mitgespielt, also voll fussballbegeistert. Naja, ich war das erste Mal in einem Fussballstadion, wenn man das hier so nennen kann. In Deutschland würde so ein Stadion noch nicht einmal für ein 1. Bundesligaspiel zugelassen werden. Meine Begeisterung für Fussball ist also ungefähr mit der für Haarausfall zu vergleichen. Ist es eigentlich normal, dass beim Fussball die Spieler die ganze Zeit miteinander quatschen? oder eine Eigenart von Frauenfussball? Die 22 Schwedinnen auf dem Platz haben jedenfalls mehr Lärm gemacht als die knapp 200 Zuschauer zusammen. Nach 93 Minuten und einer Pause mit starken Kaffee für mich, ging das Spiel dann 3:0 für Linköping aus. Trikottausch? Fehlanzeige. Jessica ging dann noch ihre Mädels trösten während wir anderen uns auf den Weg zu einer Grillparty machten.
Dienstag war dann wieder Herrgår'n und Flurparty, wobei man das hier offiziell Preparty nennt. Man trifft sich schon um 8, trinkt... trinkt, merkt plötzlich wie spät es ist, rennt zum Herrgår'n, kommt nicht mehr rein, zurück, trinkt.. trinkt, freut sich die ganze Zeit wie ein kleines Kind wieviel Geld man gerade spart und landet dann schließlich doch irgendwann im Herrgår'n.
Mittwochs abends war dann schon wieder Herrgår'n, wobei ich da mal eine Pause eingelegt habe, bin schließlich keine knackige 20 mehr wie die meisten Franzosen hier und muss etwas auf mein Budget achten. Mami, krieg ich ne Gehaltserhöhung? Moment, streiche Mami, setzte Papi ;-)
Ich werde mich jetzt gleich mal auf den Weg Richtung, ähm, Grillparty machen!
Was ist sonst noch die letzten Tage passiert? Montags war ich mit meiner Peerstudentin und anderen Austauschstudenten auf einem Frauenfussballspiel, Linköping gegen QBIK, die beide in der 1. Liga spielen. Jessica hatte bei QBIK vor einigen Jahren auch noch mitgespielt, also voll fussballbegeistert. Naja, ich war das erste Mal in einem Fussballstadion, wenn man das hier so nennen kann. In Deutschland würde so ein Stadion noch nicht einmal für ein 1. Bundesligaspiel zugelassen werden. Meine Begeisterung für Fussball ist also ungefähr mit der für Haarausfall zu vergleichen. Ist es eigentlich normal, dass beim Fussball die Spieler die ganze Zeit miteinander quatschen? oder eine Eigenart von Frauenfussball? Die 22 Schwedinnen auf dem Platz haben jedenfalls mehr Lärm gemacht als die knapp 200 Zuschauer zusammen. Nach 93 Minuten und einer Pause mit starken Kaffee für mich, ging das Spiel dann 3:0 für Linköping aus. Trikottausch? Fehlanzeige. Jessica ging dann noch ihre Mädels trösten während wir anderen uns auf den Weg zu einer Grillparty machten.
Dienstag war dann wieder Herrgår'n und Flurparty, wobei man das hier offiziell Preparty nennt. Man trifft sich schon um 8, trinkt... trinkt, merkt plötzlich wie spät es ist, rennt zum Herrgår'n, kommt nicht mehr rein, zurück, trinkt.. trinkt, freut sich die ganze Zeit wie ein kleines Kind wieviel Geld man gerade spart und landet dann schließlich doch irgendwann im Herrgår'n.
Mittwochs abends war dann schon wieder Herrgår'n, wobei ich da mal eine Pause eingelegt habe, bin schließlich keine knackige 20 mehr wie die meisten Franzosen hier und muss etwas auf mein Budget achten. Mami, krieg ich ne Gehaltserhöhung? Moment, streiche Mami, setzte Papi ;-)
Ich werde mich jetzt gleich mal auf den Weg Richtung, ähm, Grillparty machen!
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