Mittwoch, Dezember 13, 2006

Lucia Tag

Heute ist Lucia Tag!!! Lucia? Nie gehört? Ging mir genauso, hier in Schweden ist diese Heilige aber so bekannt wie die GEZ in Deutschland, nur halt im Positiven.
Heute morgen um halb 8 war ich bei einem kleinen, studentischen Lucia Vorführung an der Uni. Neben etwas Theaterspiel, von dem ich wieder fast nichts verstanden habe, ist der Kern einer solchen Veranstaltung immer eine Truppe Frauen in weißen Gewändern, die mit Kerzenkränzen auf dem Kopf Lieder singen.
Was hat es mit all dem auf sich? Lucia war eine italienische Heilige, die heutzutage für das Licht steht und Schutzpatronin der Blinden ist. Traditionell versucht man also heute durch Umzüge und Beschwörungen von Lucia Einfluss auf die spärlichen lokalen Lichtverhältnisse zu nehmen. Über den Sinn lässt sich, wie bei allen Traditionen, streiten aber es ist ganz nett anzusehen. Vor allem, weil die Lucia jedes Jahr neu von einer Jury unter den schönsten Schwedinnen ausgesucht wird. Eine ganz große Lucia-Wahl findet jedes Jahr in Stockholm statt, was neben "Schweden sucht den Superstar" (wird hier einfach "Idol" genannt) wohl der Traum vieler junger Schwedinnen ist.

Hier in Linköping hatte ich weniger Glück. Anstatt mich von einer Sirene besingen zu lassen, musste ich mir haarige Männerbeine anschauen.
Wo wir es gerade von Licht haben, da habe ich gerade einen starken Nachholbedarf. Ich war von letzten Freitag bis gestern Abend in Kiruna, der nördlichsten Stadt von Schweden, die jenseits des nördlichen Polarkreis liegt. Was ich da so alles Tolles erlebt habe erfahrt ihr demnächst, wenn ich die Bilder gesichtet habe. Gleiche Stelle, gleiche Welle!

Donnerstag, Dezember 07, 2006

Blodpudding

Habe mir gerade eines der traditionellsten, schwedischen Gerichte gezaubert; Blodpudding was, wie der Name schon erahnen lässt, einfach nur geronnenes Schweineblut mit ein paar natürlichen Emulgatoren ist.


So sieht Blodpudding im rohen Zustand aus, bevor man es mit einem Stück Butter in die Pfanne haut.
Dazu isst man dann traditionell Preiselbeerengelee (schwedisch: Lingon Sylt).
Gefunden in Tobys Kühlschrank. Star Trek lässt grüßen!

Nach 10 Minuten freudigen Brutzelns in der Pfanne wird das Blut ganz schwarz und sieht ungefähr so aus.


Also was sagt der Gourmet? An den Geruch muss man sich erstmal gewöhnen, besonders appetitlich sieht es beileibe auch nicht aus, trotzdem schmeckt es irgendwie nicht schlecht. So ähnlich wie die warmen Blutwurststückchen (sprich "Grieweworscht"), die in einer guten Pfälzer Wurstsuppe (sprich "Pälzer Worschtsupp") rumschwimmen.

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Julkonsert

Komme gerade von einem Weihnachtskonzert in der St. Lars Kirche heim. Es gibt also doch noch Tage, an denen ein Ketzer wie ich, eine Kirche aufsucht, wenn auch nicht zum Beten. Mit von der Partie waren Thierry, Kathrin, Elisa und Elisabeth, die ganze Kulturtruppe also.
Gesungen haben die Lihkören, ein studentischer Chor, den ich schon einmal gehört habe, zusammen mit dem Östgöta Brasskvintett. Die Lieder waren sehr schön und wurden ausgezeichnet vorgetragen.


Der Pumuckl in der Mitte ist Mats von meinem Flur. Unter den Studenten ist es seit wenigen Jahren ein Trend sich am ersten Advent die Haare rot zu färben.
Hej Mats, Elisa hat dich übrigens zum hübschsten Sänger im Chor auserchoren. Schade, dass Mats kein Deutsch versteht... :-)

Montag, Dezember 04, 2006

Lost in Translation

Sonntag Abends war ich bei Jan R., um in seinen Geburtstag reinzufeiern. Extra dafür waren auch sechs Freunde aus Deutschland angereist. Da Jan ein vorausschauender, WG-erfahrender Student ist, hatte er schon Tage zuvor einen Zettel an die Küchentür seines Flures angebracht, so zur Vorwarnung. Natürlich ließ er sich nicht lumpen und hatte den Text auf schwedisch verfasst. Unter anderem wollte er sagen "... da werden sechs Freunde kommen.", was er mit "... där ska kommer sex kompis." übersetzte. In Schweden macht man übrigens keinen Unterschied zwischen der Zahl 6 und dem Akt, also hier liegt der Hase nicht begraben. Problem ist eher der fehlende Plural von compis. Lange Rede kurz, Samstags wurde Jan in der Küche von einem seiner Mitschweden gefragt, warum er denn so großartig ankündige, dass eine Sexgespielin ihn besuchen komme. :-)
Den Gesichtsausdruck von Jan hätte ich gern gesehen! Und was sich der besorgte Schwede wohl gedacht hat? Wie laut das wohl werden wird, wenn Jan extra Zettel raushängt?

Freitag, Dezember 01, 2006

Schlaget Kravall

Gestern war mal wieder Kravall angesagt und zwar eine, wie ich meine, von den Besten bisher. Das Thema war Schlagermusik, was einen jetzt nicht unbedingt von den Socken haut, trotzdem war die Stimmung ausgesprochen gut, was zum Großteil der schwedischen Liveband zuzuschreiben ist. Die Jungs haben echt gerockt. Höhepunkt war ein ewig langes Medley aus den besten Rocksongs der 80zigern, die Menge war am Ausrasten. Die eigentlichen Schlager wurden in einem anderen Raum aufgelegt, dem man dank der Band gut ausweichen konnte.
Einziger Zwischenfall an dem Abend war, dass mir so ein scheiß Deutscher doch tatsächlich mein Bierbecher aus der Hand geklaut hat. Wie dreist ist das bitte sehr? Nach ein paar harschen Worten hatte ich mein Bier dann aber zurück. Bei Alkohol hört hier ganz schnell der Spaß auf. Trotzdem ließ ich mir die Stimmung von der Sache nicht verderben. Hier mal noch ein paar Impressionen von der Party.

Auf dem Platz vorm Kårallen steht seit Vorgestern sogar ein Weihnachtsbaum! In Karlsruhe hatten wir sowas nie.

Besoffene Schwedinnen, die einem durch das Bild rennen. Hier der Beweis, es gibt auch dunkelhaarige Frauen in Schweden.

Die Rockband in Nebenraum für alle Leute, die Schlager nicht für Musik halten.

Der Hauptraum mit schwedischer Schlagermusik und Disco.